KIND OF MINE* Hausbesuch

Gepostet am Donnerstag, 03. September, 2015 von Katja Weiland von Ruville

Kennt ihr dieses Gefühl? Ihr betretet eine fremde Wohnung - und fühlt euch sofort wohl und willkommen. Auf diesem Sofa könntet ihr es euch stundenlang gemütlich machen, in diesem Esszimmer würdet ihr die besten Dinner-Partys schmeißen und auf diesem Klavier im Flur - ohja - da würdet ihr jeden Tag virtuos musizieren. Kurz: Ihr fühlt euch Zuhause. Die Wohnung von Manuela Klause-Klaaßen strahlt genau dieses Gefühl aus - und ich freue mich sehr, dass sie beim KIND OF MINE* Hausbesuch dabei ist.

Liebe Ela, bitte erzählt uns doch zunächst kurz etwas zu Dir und Deiner Wohnung.

Liebe Katja, ich freue mich sehr, dass ich mein Zuhause hier bei Dir zeigen darf. Vielen Dank dafür! Ich bin 35 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und meiner achtjährigen Tochter in einer Altbauwohnung in Hamburg. Die Wohnung ist 90 qm groß, hat 3,5 Zimmer und liegt im 1. OG. Wir wohnen sehr zentral, mit einer Bar im Haus, einem Park gegenüber und kleinen Lädchen um die Ecke. Ich arbeite als Grafikkünstlerin, zeichne, lese und schreibe gerne, spaziere durch Kunstausstellungen, schiebe Möbel, dekoriere, bastel, backe, singe gerne und bin meistens unvernünftig. Ich lebe gerne in den Tag hinein und kann schlecht ernst bleiben.

Wie lange wohnst Du schon in Deiner Wohnung?

So lange wie in keiner Wohnung zuvor: Fünf Jahre sind es mittlerweile. Beim Umzug in die jetzige Wohnung hat ein sehr guter Freund hüstelnd gemeint, dass es wohl ganz sinnvoll wäre beim nächsten Umzug mal ein Umzugsunternehmen zu nehmen. Jedes Jahr ein Umzug wäre jetzt auch nicht so sein liebstes Hobby.

Dann will ich Dir lieber keinen Floh ins Ohr setzen, aber stell Dir vor, Du müsstest wieder umziehen. Was sollte das neue Zuhause unbedingt haben?

Ich mag besonders die knarzende und doch elegante Atmosphäre in unserer Altbauwohnung. Das neue Zuhause müsste auch ein Altbau sein, mit Jugendstilfliesen, hohen Decken und Stuck, ach, und Fischgrätparkett hätte ich gerne. Und einen Garten und mindestens fünf Zimmer. Eine kleine schnuckelige Jugendstilvilla in Hamburg-Eimsbüttel wäre ganz fein.

Wie würdest Du Deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Ich mixe gerne skandinavische, maritime und orientalische Elemente, dabei finde ich ungewöhnliche und kontrastreiche Material- und Farbkombinationen besonders spannend. Ich mag qualitativ hochwertige Dinge, die man gerne berühren möchte, weil das Material ganz weich oder glatt ist. Manchmal brauche ich kräftige Farben und dann wieder sanfte Töne.

Du betreibst ja Deinen Onlineshop fritz&froh, in dem Du Kunstdrucke mit gewissem Etwas verkaufst. Welche Deiner Drucke haben es in Deine eigenen vier Wände geschafft und wo hast Du sie aufgehängt?

Im Wohnzimmer hängen vier von meinen Kunstdrucken: „Holunderstickerei“, „Holzschnitt“, „Hallo Kirsche!“ und „Makramee“. 

Im Schlafzimmer hängt der „Senbazuru“ und im Flur die „Mieze“ und „Yeah Baby“. Auf dem Klavier im Flur steht der Druck „Summermusic“ und gleich daneben hängt „I feel Disco“.

In Deinem Shop gibt es knallbunte Poster und Drucke, die schwarz-weiß und zurückhaltender sind. Du nennst sie genialerweise Flüsterdrucke. Welche Bilder verkaufen sich besonders gut? Merkst Du, dass sich momentan ein gewisser Trend abzeichnet?

Ich verkaufe besonders gut Drucke, die bestimmte Erinnerungen wecken und Sehnsüchte ansprechen. Ich denke der Trend geht zu sinnlichen, qualitativ hochwertigen und dadurch langlebigen Produkten.

Hast Du bestimmte Möbelmarken, die Du bevorzugst?

Ich mag sehr gerne Muuto, Hay, Oyoy, Vitra und Bolia.

Welches ist Dein Lieblingsmöbelstück?

Mein Lieblingsmöbelstück ist der knallblaue Tipton-Stuhl von Vitra. Er sitzt sich herrlich bequem. Ich finde es total witzig, wenn sich Besuch auf ihn setzt. Alle fangen an zu schaukeln, darauf angesprochen, sind sie dann erstaunt, dass sie es tun. Es ist ihnen gar nicht bewusst.

Kannst Du uns bitte ein paar Deko-Tipps geben?

Sehr gerne! Meine Lieblingsdekoration sind Kissen und Teppiche. Damit lässt sich ein Raum ganz schnell wunderbar verändern. Grafische Muster und ausdruckstarke Farben akzentuieren und geben einem Raum Ausdruckskraft. Gruppierte Bilderrahmen und Blumentöpfe, Glasvasen und Kerzenständer schaffen Atmosphäre. Der Mix wirkt am besten in einer Farbfamilie, mit einer ungeraden Anzahl und wilden Materialkombinationen. Dabei darf auch immer ein Stück zum Beispiel farblich ausbrechen, damit der Mix spannender wirkt.

 

 

Du hast vorhin ja bereits Deine Tochter erwähnt. Worauf achtest Du, wenn Du ihr Zimmer einrichtest? Oder richtet sie lieber selbst ein?

Aus der Nummer bin ich leider seit zwei Jahren raus. Meine Tochter richtet sich ihr Zimmer alleine ein. Aber ich finde das auch richtig und wichtig, es ist ja auch ihr Zimmer. Wenn ich doch mal ein Kissen bei ihr reinlege, fliegt das schon aus Prinzip wieder raus.

Verrätst Du uns bitte einen Interior-Tick von Dir? Bei welchen Dingen wirst Du schwach?

Einen? Interior ist mein Tick! Ich wache morgens mit einer Interioridee auf und schlafe abends mit einer ein. Besonders schwach werde ich bei Kissen, Linol- und Holzschnitten, außergewöhnlich geformten Dekostücken und bei knalligen Farben.

 

Vielen Dank für das Interview und die Haustour, liebe Ela!


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