Interview mit Michelle Carlslund

Gepostet am Donnerstag, 30. Juli, 2015 von Katja Weiland von Ruville

Liebe Michelle, bitte stell Dich doch kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Liebe Katja, sehr gerne! Ich heiße Michelle Carlslund, bin 26 Jahre alt und die Besitzerin von Michelle Carlslund Illustration. Während meines Grafikdesignstudiums habe ich 2010 mein Label gegründet, seit zwei Jahren ist es nun mein Fulltime-Job. Mein Studio, in dem ich designe und arbeite, teile ich mir zusammen mit meinem Freund, der Musiker ist. Unsere gemeinsame Wohnung liegt direkt über dem Studio. Arbeit und Privates ist bei uns also ziemlich vermischt.

Wie kam es zur Gründung Deines Labels? Gab es ein spezielles Schlüsselerlebnis?

Ich habe mein Label offiziell gegründet, da ich eine Umsatzsteuernummer brauchte, um meinen ersten Kunden Rechnungen stellen zu können. Es waren Freunde, die ein Cover für ihre EP brauchten oder ein Poster für ein Event. Nach und nach begann ich online zu verkaufen und bei CMYK kælderen, einem kleinen Shop hier in Kopenhagen. Seitdem ist mein Unternehmen langsam aber stetig gewachsen. Es gab also keinen wirklichen Schlüsselmoment – daher trägt das Unternehmen auch nur meinen Namen. Wenn ich mir Zeit genommen hätten und die Marke genau durchgeplant hätte, wäre ich bestimmt auf einen cleveren Namen gekommen. Aber man kann nicht immer alles planen :)

Machst Du eigentlich alles alleine? Oder hast Du einen Geschäftspartner?

Mein Freund und meine Familie unterstützen mich sehr, aber ich leite das Label alleine und treffe auch alleine die Entscheidungen. Aber natürlich bekomme ich auch Ratschläge von befreundeten Illustratoren oder meinen Freunden und meiner Familie.

In einem kreativen Beruf wie Deinem ist neuer Input besonders wichtig. Was inspiriert Dich?

Inspiration kann überall sein. Oder nirgendwo. Manchmal habe ich plötzlich eine Idee – und keine Ahnung, woher sie kommt. Ein anderes Mal entscheide ich mich für ein bestimmtes Thema und recherchiere konkret dazu. Obwohl ich mich als Illustratorin bezeichne, weiß ich oftmals nicht, wie ich etwas zeichnen soll. In dem Fall hilft mir ein Foto, an dem ich mich orientieren kann. Wenn wir etwa auf Reisen sind oder viel arbeiten, regt das meine Kreativität an. Dann kritzel ich alle meine Ideen auf Servietten, in Notizbücher, auf meine Hand oder notier es in meinem Handy. Diese Zeiten, in denen mein Kopf vor Ideen nur so übersprudelt, sind einfach toll!

Deine Illustrationen sind sehr speziell, verspielt und besonders Kinder lieben sie. So ist mein kleiner Sohn extrem vernarrt in den Sailor, der in seinem Zimmer hängt. Hast Du selbst Kinder?

Ich habe noch keine Kinder, aber ich hätte gerne irgendwann welche. Wir sagen immer: Wenn das Business erfolgreich ist und läuft, dann bekommen wir Kinder. Und obwohl das Business jetzt gut läuft, gibt es immer so viele Dinge, die noch zu planen und zu organisieren sind. Aber natürlich kann man auch ein unabhängiges Unternehmen leiten und gleichzeitig ein Kind haben. Und das werden wir bestimmt in ein paar Jahren haben.

Was sind Deine Bestseller?

Der Sailor ist mein Bestseller. Und Don’t forget to Kiss und die Cities verkaufen sich auch sehr gut. Oh, und Foxy!

Dann weiß ich ja, welche Art Prints wir in Zukunft ins Sortiment aufnehmen sollten. Apropos: Zukunft. Wie geht es mit Deinem Label weiter?

Ich freue mich schon darauf, nicht nur mit Papier, sondern auch mit anderen Materialien zu arbeiten. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Herstellern, Materialien und Produkten.

Lass uns über Deine Wohnung sprechen. Worauf achtest Du, wenn Du Dein eigenes Zuhause einrichtest? Welche Interior-Tipps kannst Du uns geben?

Fixiert euch nicht zu sehr auf Trends und was zusammen passt. Wenn es Dir gefällt, wird es in Kombination mit den anderen Sachen, die Du magst, vermutlich toll aussehen. Ich persönlich liebe die Farben grün und mint – und diese Farben dominieren unser Zuhause, als auch meine Arbeit.

Du lebst und arbeitest in Kopenhagen. Deine Tipps für einen Wochenendtripp? 

Du solltest Dir Vesterbro und Nørrebro anschauen. Die schönsten Straßen mit Cafes und Geschäften sind Istedgade und Sønderboulevard. Dort findest Du auch Kihoskh, einen sehr netten kleinen Shop mit Cafe, in dem es spezielle Biersorten und Weine etc. gibt. Elmegade und Blaagardsgade und der Bereich um das Skt. Hans Torv in Nørrebro ist ebenfalls sehenswert. Im Zentrum kann ich Dir die Gammel Strand empfehlen – da ist es ein bisschen schicker als in Vesterbro oder Nørrebro, und es gibt viele schöne Cocktailbars und Restaurants. Wir wohnen dort ganz in der Nähe.

 

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Michelle!

Die Art Prints von Michelle Carlslund Illustration findet ihr hier.


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